Galgo, der adelige

Im Mittelalter wurden Galgos, die spanischen Windhunde, die von Pharaonenhunden abstammen, von Adeligen gut gehalten. Vor etwa 500 Jahren, als die Araber die grausame Hasenjagd nach Spanien brachten, fand man heraus, daß die gutmütigen Galgos für diese gewaltsame Sklaverei am besten geeignet sind. Rund eine Million "galgueros" (Jäger) frönen dieser archaischen Jagdleidenschaft der Hasenhetzjagd mit Windhunden!

Der Galgo espanol ist ein Windhund von ziemlicher Größe, festem Knochenbau, tiefer Brust und gut bemuskelten Hinterläufen, mit kurzem, feinem aber auch rauhaarigen Fell. Laien können ihn mit dem Greyhound verwechseln. Der Kopf ist lang gezogen, hat geringen Stop, die Kiefer kräftig, trocken, mit dünnen Lefzen und einem starken Scherengebiss. Die Augen sind groß,  dunkel und haben einen aufmerksamen Blick. Die Ohren sind dünn, fein, nach hinten liegend halb fallend ( Rosenohren ). Die Rute ist lang, dünn und nie kupiert. Der Rücken ist kräftig, muskulös und soweit gewölbt, dass man die Geschwindigkeit des Hundes erahnen kann. Gewicht beträgt zwischen 25-30 kg, Schulterhöhe 65-69 cm. Die Fellfarben gehen über Zimt, Weiß, Kastanienbraun, Rot, Schwarz und gestromt mit Weiß.

Diese anerkannte und eigenständige Windhundrasse - im Gegensatz zum Galgo ingles-espanol, einer Kreuzung von Greyhound und Galgo, die zwar zu Rennen aber nicht zu Ausstellungen zugelassen ist - ist ebenso wie ihr Name gallischen Ursprungs. Von der FCI erst 1971 anerkannt, hat er trotz seiner Seltenheit ( in 10 Jahren nur 60 in Deutschland gezüchtete Galgos ) erstaunliche Rennerfolge verzeichnet: Spitzengeschwindigkeiten liegen bei 54 km/h. Im Vergleich zu anderen Hunderassen ist er Rennverletzungen gegenüber in hohem Maße unempfindlich ( häufigste Ursache: Bruch des linken Vorderfußes ). Neben seinem optimalen Einsatz bei Rennen ist der Galgo ein angenehmer und problemloser Familienhund, der sich auch mit Kindern und anderen Haustieren gut versteht. Seine Pflege ist unkompliziert, er hat ein ruhiges Wesen, ist ein Sprinter, der gerne seine Runden dreht und sich dann auf sein Sofa freut.

 

Galgo, der aristokratische 

Eleganz und Charakter - Treue und Stil

Kennen Sie die ruhige, aristrokratische Eleganz der Galgos? Seit Jahrhunderten wird der Galgo Espanol in Spanien als Jagd- und Gebrauchshund gehalten. Die Rasse geht zurück auf die Gallier, die die iberische Halbinsel bereits sechs Jahrhunderte vor Christus bewohnten. Auch römische Schriftsteller aus der Zeit Cäsars erwähnten bewundernd den schlanken Hundetyp.

Auf den Punkt gebracht: Ein prachtvoller Begleiter mit Stil. Feinfühlige, sanftmütige Schönheit der leisen Töne.

(Ich bin diesen faszinierenden Geschöpfen verfallen! W. Rehbogen)

EINMAL GALGO - IMMER GALGO

 

Der Galgo als Jagdhund in Spanien

Die Tiere hausen in kleinen finsteren Verschlägen im Hinterhof wo sie auch geboren wurden und werden nur mit Brot, Wasser und Knochen ernährt. Am Ende der Jagdsaison (Februar) entledigen sich die Jäger der jagduntauglichen Galgos, um sie nicht bis Oktober durchfüttern zu müssen. Dann beginnt derr Wettlauf mit dem Tod. Wenn die Hunde im Tierheim "LAS NIEVES" aufgenommen werden, sind sie völlig unterernährt, hinken, haben Verletzungen und Hautkrankheiten.DieTiere sind am Anfang sehr scheu, denn sie haben nie eine Liebkosung erfahren, sie kennen nur Misshandlungen und die harte Befehlssprache der Jäger. Der Galgo ist in den Augen der Jäger kein Tier sondern nur ein Jagdwerkzeug. Von 100 Männern, die in einem Dorf leben, jagen 97! Bei dieser Jagd wird kein Gewehr verwendet, die Hunde müssen die Hasen jagen, niederreissen und zum Herrn bringen. Die schnellsten unter ihnen werden belohnt und alle anderen aufgehängt, verbrannt, gepfählt oder ertränkt. Nur selten bekommt ein Tier den Gnadenschuss. Vor der Jagdsaison werden die Tiere trainiert. Dabei bindet der Jäger den Hund an sein Auto oder Motorrad und das Tier muss 20 - 30 Kilometer nachlaufen ( und das nach dieser einseitigen Ernährung! ). Oft schafft der Galgo das nicht, dann wird er geschlagen oder wie ein Holzklotz nachgeschleift bis er tot ist. Diese furchtbare Jagd liegt auch den Kindern schon im Blut, die meisten Buben bekommen im Alter von 12 Jahren den ersten Galgo geschenkt. Jedes Jahr beginnt in Spanien am 12. Oktober die Jagdsaison, diese dauert bis Ende Februar. Dann findet man in den Wäldern um Madrid die geschunden und erhängten Hunde wieder massenhaft und abermals werden unsere Tierschützer mit entsetzlich grauenhaften Bildern konfrontiert. Manchmal stehen dann Gefühle wie Frust, Zorn und Resignation im Mittelpunkt, aber spätestens wenn man von einem geretteten Galgo umarmt wird, sein weiches Fell und seine Zärtlichkeit spürt verwandelt sich der Zorn oft in neue Energie und man fängt wieder von vorne an. 

 

Bitte denken Sie daran: dieses Schicksal ereilt nicht nur Galgos sondern alle Hunde die zur Jagd verwendet werden!