CAMPERO

Campero wurde in einem dunklen Erdbunker, der nur mit ein paar Brettern abgedeckt war, geboren. Der Welpe war der einundzwanzigste Windhund, der von Jäger Julian in dieser finsteren  Erdhöhle gehalten wurde. Einmal in der Woche gab es frisches Wasser, hie und da fielen ein paar Brocken altes Brot durch eine Lücke und dann verletzten sich die ausgehungerten Hunde gegenseitig beim Kampf um die "wertvollen" Brotkrumen. Immer wieder wurden Hunde aus dem Bunker geholt und von Jäger Julian für die Hasenjagd trainiert. Eines Tages kam auch für Campero der große Tag der Probe. Der kleine Hund strengte sich an, denn er wollte, dass sein geliebter Meister stolz auf ihn ist, aber er hatte zu sehr unter Hunger, Durst und Kälte gelitten. Das war sein Todesurteil! 

Der Jäger sieht sich als "Supermann" - wenn sein Hund nicht gewinnt oder die gewünschte Leistung nicht erbringt, dann hat auch er verloren. Sein Männerstolz ist verletzt und das muss bestraft werden. Den Tieren wird ein Strick oder eine Drahtschlinge um den Hals gelegt und so gestrafft, dass sich die Hunde gerade noch auf den Hinterbeinen abstützend aufrecht halten können. Aber nicht lange, spätestens bei Morgengrauen verlässt sie durch die anstrengende Haltung die Kraft: die armen Hunde fallen in den Strick und erhängen sich damit - so wie Campero. 

 

Ein stolzer Jäger mit seinen Söhnen nach der Hasenjagd.

 

TOLEDO, August 2002

Diese weisse Galgohündin wurde in einem Dorf nahe Toledo gefunden. Sie hatte sich in einem Schuppen versteckt und es ging ihr sehr schlecht. Die Tierschützerin Marisa von "LAS NIEVES" holte sie ab. Die Hündin konnte nicht mehr fressen und trinken und war völlig ausgetrocknet. Im Erbrochenen befand sich ERDE, Stücke eines STRICKES und PFLANZENKNOLLEN! Was war der Armen wohl geschehen? Marisa nahm sie noch lebend und voll Hoffnung ins Tierheim mit, sie bekam sofort Infusionen, jedoch nach 2 Stunden starb sie, wenn auch in den Armen von Marisa. Hätte man die Tierschützer 2 Tage früher verständigt, wäre sie vielleicht zu retten gewesen. Armer Galgo!

 

Madrid,  August 2002

Dieser arme Galgo war bei der Bergung im Süden von Madrid bereits derart abgemagert und ausgetrocknet, dass er sich von seinen körperlichen Leiden nicht mehr erholen konnte. Auf die für ihn ungewohnt freundliche Zuwendung der Tierschützer reagierte er trotz allem Leid noch mit einem leichten Schwanzwedeln, bevor er seinen letzten Atemzug machte, um die Augen für immer zu schließen.

Dieser Galgo wurde am 8. Dezember 2002 nahe einer Autobahnraststätte gefunden. Er wurde mit einem Plastiksack erstickt. Auch diesmal ergab die Anzeige bei der Gendarmerie in Avila keinen Erfolg. Die Tierquäler werden nie ausfindig gemacht, weil die Polizei gar nicht nach ihnen sucht.